Saturday, December 27, 2014

Johanneswein


Der heutige Tag ist der Gedenktag des Heiligen Johannes und aus diesem Grund wird in manchen Kirchen Wein geweiht und ggf. gemeinsam mit der Gemeinde nach der Messe getrunken.

Wer war nun dieser Johannes? Am 27. Dezember handelt es sich um den Apostel Johannes, der ein Jünger Jesu Christi war. Er wird in der christlichen Tradition mit dem „Lieblingsjünger“ Jesu beschrieben und in den Evangelien als Sohn des Zebedäus und als Bruder von Jakobus dem Älteren vorgestellt. Johannes und Jakobus sollen von Beruf Fischer am See Gennesaret gewesen sein.
Johannes hat möglicherweise in Ephesus bis in die Regierungszeit von Trajan – 98 bis 117 n. Chr. – gelebt und soll dort auch begraben sein.

Es gibt keinen Hinweis auf einen Märtyrer-Tod. Das Symbol des Johannes als Evangelist ist der Adler. In der Bildenden Kunst wird er als Jünger, in der Regel als einziger aus dem Kreis der Apostel, bartlos dargestellt, weil er während des Wirkens Jesu noch sehr jung gewesen sein muss, wenn er nach traditioneller Auffassung erst unter Kaiser Trajan gestorben ist. In der Ikonographie ist sein Attribut in der Regel der Kelch mit Schlange. Seltener wird ein Martyrium dargestellt, bei dem er in einem Kessel sitzend mit siedendem Öl übergossen wird. (siehe auch beim Hl. Vitus)

„Am Fest des Apostels Johannes (27. Dezember) pflegt man vor dem Gottesdienst den Wein zu weihen, den der Priester nach der Messe auf der Epistelseite den Gläubigen in einem Kelch zum Trinken reicht“, so wurde es bereits im Jahre 1678 berichtet. Dieser Brauchtum geht auf antike römische Rituale zurück. Dieser uralte Brauch, der auch Johannessegen oder Johannesminne genannt wird, ist in ganz Deutschland verbreitet. 

Das geschieht: "damit alle, die von dem gesegneten Wein trinken, vor allen giftigen Krankheiten und Seuchen bewahrt bleiben und die Gesundheit des Leibes und das Heil der Seele erhalten mögen und damit wir durch die Fürbitte des hl. Johannes, mit der Liebe Gottes und des Nächsten mit heiliger Freude erfüllt werden mögen". 

Der gesegnete Wein wurde bei Schwächeanfällen und Krankheiten als Medizin eingenommen. Für die Kinder ist der Johannessegen ein besonderes Ereignis. Sie dürfen an diesem Tag das einzige Mal im Jahr einen Schluck Wein zu sich nehmen.